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DAS FREMDE ICH

Juni 30 @ 5:00 p.m.6:00 p.m.
Kostenlos

Arie und Lied begegnen sich an diesem Abend als zwei unterschiedliche Formen musikalischen Erzählens. Die Oper zeigt Menschen in ihren Rollen: als Helden, Liebende, Idealisten oder Außenseiter. Das Lied öffnet einen intimeren Raum, in dem Erinnerung, Traum, Angst und Sehnsucht hörbar werden. Zwischen diesen beiden Welten entsteht ein musikalischer Weg, der von den Bildern handelt, die Menschen von sich und anderen entwerfen – und von den Momenten, in denen diese Bilder nicht mehr tragen. DAS FREMDE ICH ist kein Abend über Antworten. Es ist ein Abend über die Frage, wie ein Mensch seinen eigenen Weg findet, ohne alles Fremde in sich beseitigen zu müssen.

Wer bestimmt, wer wir sind? Namen, Rollen und Erwartungen geben Orientierung. Sie schaffen Zugehörigkeit und helfen uns, unseren Platz in der Welt zu finden. Doch manchmal werden gerade diese Bilder zu eng. Dann entsteht ein Spannungsfeld zwischen dem, was andere in uns sehen, und dem, was in uns selbst weiterlebt.

Unter dem Titel DAS FREMDE ICH verbindet Taras Semenov Arien und Lieder verschiedener Epochen zu einem dramaturgisch gestalteten Konzertabend. Opernfiguren und lyrische Stimmen treten miteinander in Dialog und stellen Fragen nach Identität, Erinnerung, Fremdheit und Selbstbestimmung.

Dabei stehen nicht die Werke allein im Mittelpunkt, sondern die Menschen in ihnen: Don Ottavio, Lenski, Froh oder Albert Herring. Sie alle erfüllen Erwartungen, tragen Rollen und geraten an deren Grenzen. Die Musik macht hörbar, was oft verborgen bleibt – die Stimmen unter den Zuschreibungen, die Zweifel hinter den Gewissheiten und die Suche nach einem eigenen Weg.

Programm

Prolog

Per Haldor Indrehus
Tidlig vår

Joseph Haydn
Die Jahreszeiten
Rezitativ und Arie des Lukas

Ludwig van Beethoven
Erlkönig

Franz Schubert
Winterreise
„Der Lindenbaum“

Wolfgang Amadeus Mozart
Don Giovanni
„Dalla sua pace“

Franz Schubert
Winterreise
„Frühlingstraum“

Robert Schumann
Dichterliebe
„Ich hab’ im Traum geweinet“

Pjotr I. Tschaikowski
Eugen Onegin
„Kuda, kuda“

Richard Wagner
Das Rheingold
„Wie liebliche Luft“

Robert Schumann
Liederkreis
„Zwielicht“

Benjamin Britten
Albert Herring
Szene „Albert the Good!“

Epilog

Per Haldor Indrehus
Din veg

Mitwirkende

Taras Semenov · Tenor

Taras Semenov studiert klassischen Gesang an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig in der Klasse von Prof. Caroline Stein. Seine künstlerische Arbeit bewegt sich zwischen Oper, Konzert und Lied und verbindet musikalische Interpretation mit dramaturgischen Konzertformaten.

Prof. Ansi Verwey · Klavier

Die Pianistin, Dirigentin und Professorin Ansi Verwey gehört zu den prägenden Musikerpersönlichkeiten im Bereich der Opern- und Gesangsausbildung. Nach ihrem Studium von Klavier, Orgel und Cembalo in Südafrika führten sie Engagements an Opernhäuser in Südafrika und Deutschland, darunter das Hessische Staatstheater Wiesbaden, die Staatsoper Hannover und die Oper Frankfurt. Als Repetitorin, Studienleiterin und Dirigentin arbeitete sie mit einem breiten Opernrepertoire von Monteverdi bis zur Moderne. Seit 2022 lehrt sie als Professorin für Korrepetition und Exzellenz-Coaching an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig.

Prof. Caroline Stein · Gesang

Mein besonderer Dank gilt Prof. Caroline Stein. Sie hat in dieser intensiven Zeit meine Entwicklung als Sänger begleitet – mit Geduld, Präzision, Vertrauen und einem feinen Gespür für die Verbindung von Technik, Ausdruck und künstlerischer Persönlichkeit. Vieles, was an diesem Abend hörbar wird, wäre ohne ihre Begleitung nicht denkbar.

Die Sopranistin Caroline Stein studierte Gesang an der Hochschule für Musik Köln. Nach Engagements in Würzburg und Wiesbaden gehörte sie von 1991 bis 1999 dem Ensemble der Niedersächsischen Staatsoper Hannover an. Zu ihren zentralen Partien zählen unter anderem die Königin der Nacht, Konstanze, Susanna und Zerbinetta. Internationale Gastengagements führten sie unter anderem an die Staatsoper Berlin, die Opéra National de Paris, das Royal Opera House Covent Garden, die Semperoper Dresden, das Teatro Real Madrid sowie zu den Bayreuther Festspielen.

Besondere Anerkennung erhielt sie für ihre Interpretation der Venus/Gepopo in Ligetis Le Grand Macabre, für die sie von der Fachzeitschrift Opernwelt als „Sängerin des Jahres“ nominiert wurde. Neben ihrer Operntätigkeit ist sie eine gefragte Konzert- und Oratoriensängerin und arbeitete unter anderem mit den Berliner Philharmonikern, Sir Simon Rattle und der Akademie für Alte Musik Berlin zusammen.

Seit 2014 lehrt Caroline Stein als Professorin für klassischen Gesang an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. Zahlreiche ihrer Studierenden sind Preisträger internationaler Wettbewerbe und wurden an Opernhäuser sowie Opernstudios im deutschsprachigen Raum engagiert

Eintritt

Öffentliche Masterprüfung im Studiengang Gesang.

Der Eintritt ist frei.

Details

  • Datum: Juni 30
  • Zeit:
    5:00 p.m. – 6:00 p.m.
  • Eintritt: Kostenlos

Veranstalter

Veranstaltungsort

  • Kammermusiksaal der Hochschule für Musik und Theater Leipzig
  • Grassistraße 8
    Leipzig, 04107 Germany
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