Schlagwort: Tenor

  • Unsere Inszenierung von Benjamin Brittens „The Turn of the Screw“ lief vor ausverkauftem Haus. Für mich bedeutete dieses Projekt eine doppelte Herausforderung: Ich spielte den Prolog und den Quint, eingebettet in eine Rahmenhandlung mit B. Britten und P. Pears.

    Der Prolog beginnt das Stück mit nüchternem Berichtston und führt das Publikum in eine Geschichte, die ihm entgleitet. Jede Sachlichkeit zeigt bereits Risse. Unter der Regie von Michael Höppner verkörpert der Prolog B. Britten selbst. Es ist ein Versuch, das Werk im Kontext des Komponisten und seiner persönlichen Geschichte zu verankern.

    Quint hingegen agiert ohne Distanz. Er ist schillernd, verführerisch, unzuverlässig – eine Figur, die nicht erklärt, sondern wirkt. Für den Sänger bedeutet das: klare Linien, kontrastreiche Dynamik und Farben, stets mit unterschwelliger Gefahr.

    Unsere Inszenierung betonte diese Spannung. Kein Effekt, keine Übertreibung, sondern ein präziser Blick auf die psychologische Konstruktion des Stücks. Zeichnungen, Licht und Raum brachten die Figuren nah, ohne ihre Rätsel zu lösen.

    Für mich bleibt diese Produktion ein markanter Punkt meiner Arbeit: die Gestaltung dieser beiden Rollen. Das Publikum nahm diesen Ansatz an.

    Es gibt noch eine Vorstellung am 29.11.2025 im Theater Eisleben. Karten gibt es hier Theater Eisleben .

    Quint (C) Yannic Borchert / HMT Leipzig
    Prolog, Schlussbild (C) Yannic Borchert / HMT Leipzig

    Besetzung und Informationen:

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  • Seit zwei Wochen arbeiten wir intensiv an „Moskau, Tscherjomuschki“ – einer Operette, die weit mehr bietet als bloße Unterhaltung. Ich freue mich, als Sergej Gluschkow auf der Bühne der HMT Leipzig zu stehen und Teil einer Inszenierung zu sein, die den Kern des Stücks enthüllt: den schmalen Grat zwischen absurdem Humor und beklemmender Realität.

    Bild: openAI

    Schostakowitsch thematisiert Wohnungsnot, Korruption und enttäuschte Hoffnungen – Themen, die heute so aktuell sind wie damals. In Zeiten, in denen Systemkritik, besonders in Russland, unmöglich erscheint, zeigt diese Operette, wie subversiv Kunst wirken kann. Mit Witz, Ironie und eingängigen Melodien beschreibt sie eine Realität, die viele nur zu gut kennen.

    Ich bin gespannt auf die Aufführungen und lade euch herzlich ein, dabei zu sein!

    Aufführungen: 30. April, 2., 3., 5., 6., 8. Mai, 19 Uhr, großer Saal, HMT Leipzig.

    Künstlerisches Team:

    • Musikalische Leitung: Matthias Foremny
    • Regie: Beverly Blankenship
    • Bühnenbild & Kostüme: Barbara Schiffner
    • Choreographie: Claudio Valentim Filho

    Besetzung:

    • Bubenzow – Joshua Geddes
    • Masha – Ana Gvozdenović
    • Lidotschka – Halldóra Ósk Helgadóttir
    • Baburov Semyon Semyonovich – Bruno Szabó
    • Boris Korezki – Elie Valdenaire
    • Sergej Gluschkow – Taras Semenov
    • Liusia – Isabelle Serafin (Cover: Clémence Poncet)
    • Fjodor Michailowitsch Drebednjow – Lucas Reis
    • Vava – Victoria Grilz
    • Afanassi Iwanowitsch Barabaschkin – Valentin Schneider
  • EIN PHILOSOPHISCHES MUSIKDRAMA NACH FJODOR DOSTOJEWSKI: DER GROSSINQUISITOR

    Komposition: Benjamin Helmer (2019-2021), Libretto: Jari Niesner

    Es ist an mir, mich zu erschießen, weil der Angelpunkt des Selbstwillens darin besteht – sich selber zu töten.“

    Kirillow aus Dostojewski: Böse Geister (1873, aus dem Russischen: Swetlana Geier), Böse Geister, (Original: Bessy), Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M., 2003.

    Fjodor Dostojewskis berühmter Text „Der Großinquisitor“ dient als Stoff für eine mikrotonale Kammeroper in sechs Szenen. In seiner breit angelegten epischen Erzählung „Die Brüder Karamasow“ (1880), aus der der Text stammt, strebt der Schriftsteller ein umfassendes Gesellschaftsbild des Zarenreichs im 19. Jahrhundert an. In besagtem Kapitel steht eine fiktive Geschichte im Zentrum, in der Jesus zur Zeit der spanischen Inquisition zurückkehrt und als Ketzer verbrannt werden soll. Die Begegnung zwischen Großinquisitor und Jesus lässt sich dabei auch als Generationenkonflikt auffassen. Mit Blick auf die politischen Entwicklungen des vergangenen Jahrzehnts scheint der Stoff aktueller denn je.

    In unserer Bearbeitung verwandelt sich Jesus in den Vater einer vierköpfigen Familie. Als der ältere Sohn Kaspar erfährt, dass sein Vater, der Musiker ist, einen lukrativen Vertrag mit einem Label abgelehnt hat, ist er zutiefst empört und verärgert. Nachdem die Mutter den Vater schließlich verlässt und im Frust über dessen einfaches und scheinbar gleichgültiges Dahinleben, rutscht er in Verzweiflung und das Drogenmilieu ab. Diese Geschehnisse, welche von heute aus gesehen vor ca. 25 Jahren spielen, bilden die Binnenhandlung der Kammeroper. Die Rahmenhandlung berichtet von der plötzlichen Rückkehr des Vaters, der seine Familie nach langer Verstoßung besuchen will. Gelingt vielleicht nach langer Zeit die Aussöhnung?

     

    Cast
    Javid Wunsch | Sprechrolle
    Taras Semenov | Sohn Kaspar
    Marcia Lemke-Kern | Mutter
    Tom Kessler | Vater
    Chun-Kai Hsu | Sohn Max

    Ensemble
    Lin Chen | Percussion
    Lijunyi Zhang | Violine
    Erik Konertz | Posaune
    Nora-Louise Müller | Klarinetten, Bohlen-Pierce Klarinetten
    Tair Turganov | Kontrabass
    Paul Linardatos | E-Gitarre

    Elektronik & Raumklang
    Stefan Troschka

    Regie | Jari Niesner
    Musikalische Leitung | Constantin Schiffner
    Bühne & Video | Iris Holstein
    Kostüme | Caroline Packenius
    Dramaturgie | Elise Schobeß
    Inspizienz | t.b.t

    Quelle: https://www.hfmt-hamburg.de/veranstaltungen/details/9125/