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Kommende Termine – Mai bis Juli 2025

Die nächsten Monate sind musikalisch gut gefüllt. Hier eine Übersicht der Projekte, an denen ich beteiligt bin:

„Moskau, Tscherjomuschki“ von Sergej Gluschkow
Premiere war am 30. April im Großen Saal der HMT Leipzig. Weitere Aufführungen am 2., 3., 5., 6. und 8. Mai.

Konzert der Klasse von Prof. Caroline Stein
Am 7. Mai im Kammermusiksaal der HMT Leipzig.

11. RICHARD WAGNER: INSPIRATION UND NEBENWIRKUNGEN (WIN)

am 14. Mai in Alte Nikolaischule, Richard-Wagner-Aula, Nikolaikirchhof 2, 04109 Leipzig Mehr Infos

Kantaten-Konzert mit BWV 144 und BWV 166
Am 18. Mai in der Maria-Magdalenen-Kirche in Malente.

„Die schöne Müllerin“ mit Sofia Semenina
Am 4. Juni in St. Georg auf dem Berge in Ratzeburg.

„Judas-Kantate“ von H. Streck
Am 6. Juli in der Christuskirche Geesthacht.

Internationale Sächsische Sängerakademie
Konzerte vom 12. bis 20. Juli auf Schloss Hartenfels in Torgau.

Vielleicht sieht man sich bei der einen oder anderen Veranstaltung.

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Winter 2025/26Unterwegs zwischen Einspringen, Salon und Konzertsaal

Der Winter 2025/26 war geprägt von Bewegung, Verdichtung und unerwarteten Begegnungen. Mehrere Konzerte und Projekte entstanden in kurzer Folge – teils langfristig geplant, teils spontan durch ein Einspringen – und verbanden unterschiedliche Formate: Oratorium, Liederabend, Salonkonzert.

Dezember

Hamburg – Einspringen als Tenor-Solist
Heinrich von Herzogenberg: Die Geburt Christi
Generalprobe und Konzerte Anfang Dezember 2025

Ein Anruf zu Wochenbeginn, wenige Tage Vorbereitung – und am Ende zwei Konzerte: das Einspringen als Tenor-Solist in Heinrich von Herzogenbergs Die Geburt Christi in Hamburg.
Die kurze gemeinsame Arbeitszeit verlangte höchste Konzentration und gegenseitiges Vertrauen. Gerade unter diesen Bedingungen entstand eine besondere Intensität: ein gemeinsames Atmen, ein unmittelbares Reagieren auf Text und Klang. Solche Momente erinnern daran, dass Musik nicht aus Routine lebt, sondern aus Präsenz.

Leipzig – die Schöne Müllerin unterwegs

Am 12. Dezember 2025, Richard-Wagner-Aula

Mieten im Adventsgeschehen und Weihnachtsmärkte haben wir in der alten Nikolaischule unsere weitere Station von „ die schöne Müllerin – unterwegs“ gehabt.

Krummsee bei Malente, Adventssalon

Am 14. Dezember habe ich mit dem Pianisten Nikolai Denisov und Violinistin Marie-Luise Zenker das traditionelle 6. Adventskonzert im Hause meiner sehr nahen Freunde im kleinen Kreise gefeiert.

Januar

Leipzig – 16. WIN-Konzert

  1. Januar 2026, Richard-Wagner-Aula

Am 14. Januar 2026 wurde im Rahmen des 16. WIN-Konzerts in der Richard-Wagner-Aula Leipzig der 151. Geburtstag Albert Schweitzers begangen.
Das Programm verband Moderation am Flügel mit vokalen Beiträgen von Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Der Abend war geprägt von Offenheit und Dialog – musikalisch wie gedanklich – und verstand sich weniger als festliches Gedenken denn als lebendige Auseinandersetzung mit Schweitzers humanistischem Erbe.

Halle (Saale) – Salonabend im Tee- und Kaffeehaus

  1. Januar 2026, Roter Horizont, Halle an der Saale

Im Tee- und Kaffeehaus Roter Horizont in Halle an der Saale fand ein Liederabend im intimen Salonformat statt. Die Nähe zwischen Ausführenden und Publikum prägte den Charakter des Abends entscheidend.
Die Atmosphäre erinnerte an eine Schubertiade: konzentriertes Hören, gemeinsames Verweilen, keine Distanz. Musik wurde hier nicht präsentiert, sondern geteilt. Solche Räume verändern das Zeitgefühl – und damit auch die Art, wie Musik wahrgenommen wird.

Unterwegs – Die schöne Müllerin
Ende Januar / Anfang Februar 2026

Mit dem Projekt Die schöne Müllerin – unterwegs setzte sich diese Erfahrung fort. Verspätete Züge, gesperrte Strecken, verschobene Abläufe: Das Unterwegssein war Teil des Prozesses.
Gerade dadurch gewann der Zyklus an Bedeutung. Schuberts Musik, selbst von Bewegung, Hoffen und Warten durchzogen, fand ihren Ausdruck in wechselnden Räumen und Situationen. An Franz Schuberts Geburtstag den Zyklus zu musizieren, verlieh dem Abend eine zusätzliche innere Geschlossenheit.

Ausblick – Leipzig

  1. Februar 2026, Richard-Wagner-Aula
    Am 11. Februar 2026 folgt um 19:13 Uhr ein Konzert in der Richard-Wagner-Aula Leipzig.
  2. Februar 2026, Kammermusiksaal der Hochschule für Musik und Theater Leipzig
    Am 13. Februar 2026 wird das Programm im Kammermusiksaal der Hochschule für Musik und Theater Leipzig in kammermusikalischerer Form fortgesetzt – näher am Ohr, näher am Text, ohne großen Gestus.

Diese Monate haben gezeigt, wie vielfältig musikalische Arbeit sein kann: zwischen Einspringen und Planung, zwischen Konzertsaal und Salon, zwischen Öffentlichkeit und Intimität.
Was bleibt, ist die Erfahrung von Nähe – zu Kolleginnen und Kollegen, zum Publikum und zur Musik selbst. Und natürlich zwischen all dem fand der normale Hochschulalltag, viele Vorsingen „quer durchs Land“ und schöne Tagesanfänge mit dem Kaffee und Croissants.

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Abschied von den Eutiner Festspiele

Die Absage der Spielzeit 2026 der Eutiner Festspiele macht mich traurig.

Nicht nur als Kulturschaffender. Sondern persönlich.

In Eutin habe ich den Operngesang für mich entdeckt.

Dort habe ich verstanden, dass diese Kunstform nicht fern ist, nicht elitär und nicht museal. Sie ist lebendig. Sie ist gegenwärtig. Sie spricht Menschen an.

Die Eutiner Festspiele waren für mich ein Ort der Öffnung.

Unter der Leitung von Falk Herzog haben sich die Festspiele deutlich verändert. Sie wurden moderner. Mutiger. Gesellschaftlich wacher. Besonders eindrücklich war für mich, dass nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine die Studiobühne für Solidaritätsveranstaltungen geöffnet wurde. Kultur zeigte hier Haltung.

Umso schwerer wiegt für mich, dass dieser Wert offenbar nicht ausgereicht hat.

Dass die Stadt Eutin den Fortbestand der Festspiele sehenden Auges beendet hat, empfinde ich als Verlust. Nicht nur für die Stadt. Für die ganze Region.

Die Eutiner Festspiele sind mehr als ein sommerliches Kulturangebot. Sie waren ein Ort der Begegnung. Ein Ort für erste Erfahrungen. Ein Ort für neue Perspektiven. Solche Orte entstehen nicht von selbst. Sie brauchen Verantwortung. Und sie brauchen Menschen, die Kultur nicht nur verwalten, sondern ermöglichen.

Ich schreibe diesen Text nicht aus Bitterkeit. Ich schreibe ihn aus Dankbarkeit und aus Sorge. Dankbarkeit für das, was ich dort erleben durfte. Sorge darüber, wie leicht kulturelle Substanz verloren geht, wenn ihr Wert nicht ernst genommen wird.

Appell

Diese Entscheidung sollte nicht das letzte Wort bleiben.

Es braucht den Mut, noch einmal hinzusehen. Noch einmal zuzuhören. Noch einmal neu zu denken.

Kultur braucht keine Sonntagsreden.

Sie braucht Strukturen. Verlässlichkeit. Und den Willen zur Zusammenarbeit.

Die Eutiner Festspiele haben gezeigt, was möglich ist.

Es wäre ein starkes Zeichen, diesen Weg nicht einfach zu beenden – sondern ihn weiterzugehen.

Kultur verschwindet leise.

Ich appelliere an die Stadt Eutin, ihre Entscheidung zu überdenken und Verantwortung für den Erhalt der Eutiner Festspiele zu übernehmen.

Appel:

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Prolog & Quint – ein persönliches Resümee

Unsere Inszenierung von Benjamin Brittens „The Turn of the Screw“ lief vor ausverkauftem Haus. Für mich bedeutete dieses Projekt eine doppelte Herausforderung: Ich spielte den Prolog und den Quint, eingebettet in eine Rahmenhandlung mit B. Britten und P. Pears.

Der Prolog beginnt das Stück mit nüchternem Berichtston und führt das Publikum in eine Geschichte, die ihm entgleitet. Jede Sachlichkeit zeigt bereits Risse. Unter der Regie von Michael Höppner verkörpert der Prolog B. Britten selbst. Es ist ein Versuch, das Werk im Kontext des Komponisten und seiner persönlichen Geschichte zu verankern.

Quint hingegen agiert ohne Distanz. Er ist schillernd, verführerisch, unzuverlässig – eine Figur, die nicht erklärt, sondern wirkt. Für den Sänger bedeutet das: klare Linien, kontrastreiche Dynamik und Farben, stets mit unterschwelliger Gefahr.

Unsere Inszenierung betonte diese Spannung. Kein Effekt, keine Übertreibung, sondern ein präziser Blick auf die psychologische Konstruktion des Stücks. Zeichnungen, Licht und Raum brachten die Figuren nah, ohne ihre Rätsel zu lösen.

Für mich bleibt diese Produktion ein markanter Punkt meiner Arbeit: die Gestaltung dieser beiden Rollen. Das Publikum nahm diesen Ansatz an.

Es gibt noch eine Vorstellung am 29.11.2025 im Theater Eisleben. Karten gibt es hier Theater Eisleben .

Quint (C) Yannic Borchert / HMT Leipzig
Prolog, Schlussbild (C) Yannic Borchert / HMT Leipzig

Besetzung und Informationen:

Zur Operabase

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Vorfreude auf das Auftaktkonzert in Lübeck und Vorbereitungen auf The Turn of the Screw in Leipzig

Du holde Kunst…

Die kommenden Wochen sind für mich von einer besonderen Spannung erfüllt. Mit dem Auftakt unseres Projekts „Die schöne Müllerin – unterwegs“ beginnt am 19. September im Haus Eden in Lübeck eine Reise, die mich und meine Pianistin Sofia Semenina in den kommenden zwei Jahren durch viele Städte und besondere Orte führen wird. Dass wir dieses große Vorhaben in Lübeck eröffnen dürfen – der Stadt, in der für mich viele entscheidende musikalische Erfahrungen begonnen haben – erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.

Dieses Liedzyklus ist für mich wie ein roter Faden: vertraut, doch bei jedem Singen neu, voller Entdeckungen und Fragen, die mich auch persönlich begleiten.

…kein Feierabend

Was man von außen vielleicht nicht gleich sieht: Neben den musikalischen Proben verbringe ich im Moment unzählige Stunden mit organisatorischen Aufgaben. Mails schreiben, Partner anschreiben, Presseinformationen verfassen, Termine koordinieren – all das gehört genauso dazu, um eine solche Konzertreihe auf den Weg zu bringen. Es ist manchmal mühsam, aber auch schön zu erleben, wie sich Stück für Stück ein Netz aus Menschen, Orten und Ideen knüpft, das dieses Projekt trägt.

Parallel zu diesen intensiven Vorbereitungen beschäftige ich mich mit einer ganz anderen Herausforderung: In Leipzig studiere ich die Partie des Prolog/Quint in Benjamin Brittens „The Turn of the Screw“, die ich im November in der Hochschulproduktion auf die Bühne bringen werde. Diese Rollen verlangen eine völlig andere stimmliche und darstellerische Herangehensweise – präzise Linien, klare Sprache, eine geheimnisvolle, beinahe schwebende Atmosphäre.

Für mich ist es faszinierend, wie sich die Arbeit an Schubert und Britten gegenseitig befruchtet: das Erzählerische, die Suche nach Zwischentönen, das genaue Hören auf Text und Musik.

Es ist eine Zeit voller intensiver Proben, organisatorischer Arbeit, gedanklicher Notizen und vieler kleiner Vorbereitungen, die zusammen ein großes Ganzes formen.

Ich freue mich sehr, das Lübecker Publikum bald auf diese Reise mitzunehmen – und gleichzeitig im November in Leipzig Teil einer Produktion zu sein, die für mich ein wichtiger Meilenstein auf meinem Weg als Sänger ist.

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Schuberts „Die schöne Müllerin“ – unterwegs

Franz Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ op. 25 gehört zu den persönlichsten und bewegendsten Werken des romantischen Repertoires. In dem Projekt „Die schöne Müllerin – unterwegs“ wird dieses Meisterwerk nun auf eine besondere Reise geschickt – nicht nur musikalisch, sondern auch ganz konkret durch verschiedene Regionen, Landschaften und Räume.

Was geschieht, wenn sich der Zyklus selbst auf Wanderschaft begibt? Wenn sich sein Thema – das Unterwegssein, die Suche, das Scheitern – auch in der Form seiner Aufführung widerspiegelt? Diese Idee steht im Zentrum des Projekts.

„Die schöne Müllerin – unterwegs“ bringt den Liederzyklus an Orte, die selbst Geschichten erzählen: Häuser mit Geschichte, ländliche Räume, neue Begegnungsorte. Jede Station dieser Reise gibt dem Werk einen anderen Resonanzraum – mal fernab etablierter Konzertsäle, mal inmitten städtischer Kultur.

Dabei bleibt der Zyklus, was er ist: ein innerer Monolog, eine Erzählung von Sehnsucht, Natur, Liebe und Verlust. Doch in der Bewegung – im „Unterwegssein“ – öffnet sich sein Horizont neu. Die Hörerinnen und Hörer sind eingeladen, sich mit auf den Weg zu machen, sich einzulassen auf das, was entsteht, wenn Kunst und Raum sich begegnen.

Auftakt im September 2025

Das Projekt startet im September 2025 mit einem Auftaktkonzert in Lübeck. Von dort aus führt der Weg weiter – Schritt für Schritt, Lied für Lied, Station für Station.

Alle weiteren Informationen zum Projekt, den Aufführungen und der Idee finden Sie unter:

www.muellerin-unterwegs.info