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Winter 2025/26Unterwegs zwischen Einspringen, Salon und Konzertsaal

Der Winter 2025/26 war geprägt von Bewegung, Verdichtung und unerwarteten Begegnungen. Mehrere Konzerte und Projekte entstanden in kurzer Folge – teils langfristig geplant, teils spontan durch ein Einspringen – und verbanden unterschiedliche Formate: Oratorium, Liederabend, Salonkonzert.

Dezember

Hamburg – Einspringen als Tenor-Solist
Heinrich von Herzogenberg: Die Geburt Christi
Generalprobe und Konzerte Anfang Dezember 2025

Ein Anruf zu Wochenbeginn, wenige Tage Vorbereitung – und am Ende zwei Konzerte: das Einspringen als Tenor-Solist in Heinrich von Herzogenbergs Die Geburt Christi in Hamburg.
Die kurze gemeinsame Arbeitszeit verlangte höchste Konzentration und gegenseitiges Vertrauen. Gerade unter diesen Bedingungen entstand eine besondere Intensität: ein gemeinsames Atmen, ein unmittelbares Reagieren auf Text und Klang. Solche Momente erinnern daran, dass Musik nicht aus Routine lebt, sondern aus Präsenz.

Leipzig – die Schöne Müllerin unterwegs

Am 12. Dezember 2025, Richard-Wagner-Aula

Mieten im Adventsgeschehen und Weihnachtsmärkte haben wir in der alten Nikolaischule unsere weitere Station von „ die schöne Müllerin – unterwegs“ gehabt.

Krummsee bei Malente, Adventssalon

Am 14. Dezember habe ich mit dem Pianisten Nikolai Denisov und Violinistin Marie-Luise Zenker das traditionelle 6. Adventskonzert im Hause meiner sehr nahen Freunde im kleinen Kreise gefeiert.

Januar

Leipzig – 16. WIN-Konzert

  1. Januar 2026, Richard-Wagner-Aula

Am 14. Januar 2026 wurde im Rahmen des 16. WIN-Konzerts in der Richard-Wagner-Aula Leipzig der 151. Geburtstag Albert Schweitzers begangen.
Das Programm verband Moderation am Flügel mit vokalen Beiträgen von Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Der Abend war geprägt von Offenheit und Dialog – musikalisch wie gedanklich – und verstand sich weniger als festliches Gedenken denn als lebendige Auseinandersetzung mit Schweitzers humanistischem Erbe.

Halle (Saale) – Salonabend im Tee- und Kaffeehaus

  1. Januar 2026, Roter Horizont, Halle an der Saale

Im Tee- und Kaffeehaus Roter Horizont in Halle an der Saale fand ein Liederabend im intimen Salonformat statt. Die Nähe zwischen Ausführenden und Publikum prägte den Charakter des Abends entscheidend.
Die Atmosphäre erinnerte an eine Schubertiade: konzentriertes Hören, gemeinsames Verweilen, keine Distanz. Musik wurde hier nicht präsentiert, sondern geteilt. Solche Räume verändern das Zeitgefühl – und damit auch die Art, wie Musik wahrgenommen wird.

Unterwegs – Die schöne Müllerin
Ende Januar / Anfang Februar 2026

Mit dem Projekt Die schöne Müllerin – unterwegs setzte sich diese Erfahrung fort. Verspätete Züge, gesperrte Strecken, verschobene Abläufe: Das Unterwegssein war Teil des Prozesses.
Gerade dadurch gewann der Zyklus an Bedeutung. Schuberts Musik, selbst von Bewegung, Hoffen und Warten durchzogen, fand ihren Ausdruck in wechselnden Räumen und Situationen. An Franz Schuberts Geburtstag den Zyklus zu musizieren, verlieh dem Abend eine zusätzliche innere Geschlossenheit.

Ausblick – Leipzig

  1. Februar 2026, Richard-Wagner-Aula
    Am 11. Februar 2026 folgt um 19:13 Uhr ein Konzert in der Richard-Wagner-Aula Leipzig.
  2. Februar 2026, Kammermusiksaal der Hochschule für Musik und Theater Leipzig
    Am 13. Februar 2026 wird das Programm im Kammermusiksaal der Hochschule für Musik und Theater Leipzig in kammermusikalischerer Form fortgesetzt – näher am Ohr, näher am Text, ohne großen Gestus.

Diese Monate haben gezeigt, wie vielfältig musikalische Arbeit sein kann: zwischen Einspringen und Planung, zwischen Konzertsaal und Salon, zwischen Öffentlichkeit und Intimität.
Was bleibt, ist die Erfahrung von Nähe – zu Kolleginnen und Kollegen, zum Publikum und zur Musik selbst. Und natürlich zwischen all dem fand der normale Hochschulalltag, viele Vorsingen „quer durchs Land“ und schöne Tagesanfänge mit dem Kaffee und Croissants.

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Prolog & Quint – ein persönliches Resümee

Unsere Inszenierung von Benjamin Brittens „The Turn of the Screw“ lief vor ausverkauftem Haus. Für mich bedeutete dieses Projekt eine doppelte Herausforderung: Ich spielte den Prolog und den Quint, eingebettet in eine Rahmenhandlung mit B. Britten und P. Pears.

Der Prolog beginnt das Stück mit nüchternem Berichtston und führt das Publikum in eine Geschichte, die ihm entgleitet. Jede Sachlichkeit zeigt bereits Risse. Unter der Regie von Michael Höppner verkörpert der Prolog B. Britten selbst. Es ist ein Versuch, das Werk im Kontext des Komponisten und seiner persönlichen Geschichte zu verankern.

Quint hingegen agiert ohne Distanz. Er ist schillernd, verführerisch, unzuverlässig – eine Figur, die nicht erklärt, sondern wirkt. Für den Sänger bedeutet das: klare Linien, kontrastreiche Dynamik und Farben, stets mit unterschwelliger Gefahr.

Unsere Inszenierung betonte diese Spannung. Kein Effekt, keine Übertreibung, sondern ein präziser Blick auf die psychologische Konstruktion des Stücks. Zeichnungen, Licht und Raum brachten die Figuren nah, ohne ihre Rätsel zu lösen.

Für mich bleibt diese Produktion ein markanter Punkt meiner Arbeit: die Gestaltung dieser beiden Rollen. Das Publikum nahm diesen Ansatz an.

Es gibt noch eine Vorstellung am 29.11.2025 im Theater Eisleben. Karten gibt es hier Theater Eisleben .

Quint (C) Yannic Borchert / HMT Leipzig
Prolog, Schlussbild (C) Yannic Borchert / HMT Leipzig

Besetzung und Informationen:

Zur Operabase

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Vorfreude auf das Auftaktkonzert in Lübeck und Vorbereitungen auf The Turn of the Screw in Leipzig

Du holde Kunst…

Die kommenden Wochen sind für mich von einer besonderen Spannung erfüllt. Mit dem Auftakt unseres Projekts „Die schöne Müllerin – unterwegs“ beginnt am 19. September im Haus Eden in Lübeck eine Reise, die mich und meine Pianistin Sofia Semenina in den kommenden zwei Jahren durch viele Städte und besondere Orte führen wird. Dass wir dieses große Vorhaben in Lübeck eröffnen dürfen – der Stadt, in der für mich viele entscheidende musikalische Erfahrungen begonnen haben – erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.

Dieses Liedzyklus ist für mich wie ein roter Faden: vertraut, doch bei jedem Singen neu, voller Entdeckungen und Fragen, die mich auch persönlich begleiten.

…kein Feierabend

Was man von außen vielleicht nicht gleich sieht: Neben den musikalischen Proben verbringe ich im Moment unzählige Stunden mit organisatorischen Aufgaben. Mails schreiben, Partner anschreiben, Presseinformationen verfassen, Termine koordinieren – all das gehört genauso dazu, um eine solche Konzertreihe auf den Weg zu bringen. Es ist manchmal mühsam, aber auch schön zu erleben, wie sich Stück für Stück ein Netz aus Menschen, Orten und Ideen knüpft, das dieses Projekt trägt.

Parallel zu diesen intensiven Vorbereitungen beschäftige ich mich mit einer ganz anderen Herausforderung: In Leipzig studiere ich die Partie des Prolog/Quint in Benjamin Brittens „The Turn of the Screw“, die ich im November in der Hochschulproduktion auf die Bühne bringen werde. Diese Rollen verlangen eine völlig andere stimmliche und darstellerische Herangehensweise – präzise Linien, klare Sprache, eine geheimnisvolle, beinahe schwebende Atmosphäre.

Für mich ist es faszinierend, wie sich die Arbeit an Schubert und Britten gegenseitig befruchtet: das Erzählerische, die Suche nach Zwischentönen, das genaue Hören auf Text und Musik.

Es ist eine Zeit voller intensiver Proben, organisatorischer Arbeit, gedanklicher Notizen und vieler kleiner Vorbereitungen, die zusammen ein großes Ganzes formen.

Ich freue mich sehr, das Lübecker Publikum bald auf diese Reise mitzunehmen – und gleichzeitig im November in Leipzig Teil einer Produktion zu sein, die für mich ein wichtiger Meilenstein auf meinem Weg als Sänger ist.

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Schuberts „Die schöne Müllerin“ – unterwegs

Franz Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ op. 25 gehört zu den persönlichsten und bewegendsten Werken des romantischen Repertoires. In dem Projekt „Die schöne Müllerin – unterwegs“ wird dieses Meisterwerk nun auf eine besondere Reise geschickt – nicht nur musikalisch, sondern auch ganz konkret durch verschiedene Regionen, Landschaften und Räume.

Was geschieht, wenn sich der Zyklus selbst auf Wanderschaft begibt? Wenn sich sein Thema – das Unterwegssein, die Suche, das Scheitern – auch in der Form seiner Aufführung widerspiegelt? Diese Idee steht im Zentrum des Projekts.

„Die schöne Müllerin – unterwegs“ bringt den Liederzyklus an Orte, die selbst Geschichten erzählen: Häuser mit Geschichte, ländliche Räume, neue Begegnungsorte. Jede Station dieser Reise gibt dem Werk einen anderen Resonanzraum – mal fernab etablierter Konzertsäle, mal inmitten städtischer Kultur.

Dabei bleibt der Zyklus, was er ist: ein innerer Monolog, eine Erzählung von Sehnsucht, Natur, Liebe und Verlust. Doch in der Bewegung – im „Unterwegssein“ – öffnet sich sein Horizont neu. Die Hörerinnen und Hörer sind eingeladen, sich mit auf den Weg zu machen, sich einzulassen auf das, was entsteht, wenn Kunst und Raum sich begegnen.

Auftakt im September 2025

Das Projekt startet im September 2025 mit einem Auftaktkonzert in Lübeck. Von dort aus führt der Weg weiter – Schritt für Schritt, Lied für Lied, Station für Station.

Alle weiteren Informationen zum Projekt, den Aufführungen und der Idee finden Sie unter:

www.muellerin-unterwegs.info

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UPDATE! Terminänderung! „Die schöne Müllerin“ in Ratzeburg

Der Termin am 4. Juni 2025 um 18:00 Uhr muss krankheitsbedingt auf den 1. Oktober 2025 um 18 Uhr verschoben werden.

Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Georgsberg in Ratzeburg lädt zu einem besonderen musikalischen Erlebnis ein: Im Rahmen der Reihe „Das kleine Konzert“ präsentieren der Tenor Taras Semenov und die Pianistin Sofia Semenina Franz Schuberts berühmten Liederzyklus „Die schöne Müllerin“.(st-georgsberg.de)

Die Konzertreihe „Das kleine Konzert“ findet regelmäßig in der Kirche St. Georg auf dem Berge statt und bietet eine Stunde Musik und Besinnung. Professionelle Musikerverschiedener Fachrichtungen gestalten diese Abende mit kammermusikalischen Darbietungen. Der Eintritt ist frei; um Spenden wird gebeten. (Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg)

„Die schöne Müllerin“ ist einer der bekanntesten Liederzyklen von Franz Schubert. Basierend auf Gedichten von Wilhelm Müller erzählt der Zyklus die Geschichte eines wandernden Müllergesellen, der sich unglücklich verliebt. Die Lieder spiegeln eine Bandbreite an Emotionen wider – von Hoffnung und Freude bis zu Trauer und Verzweiflung.(nuernberger-kulturbeirat-zd.de)

Die Kirche St. Georg auf dem Berge, mit ihrer reichen Geschichte und besonderen Akustik, bietet den idealen Rahmen für dieses Konzert. Die Kombination aus historischer Architektur und musikalischer Darbietung verspricht ein unvergessliches Erlebnis.(Wikipedia)

Veranstaltungsdetails:

Weitere Informationen zur Konzertreihe und anderen Veranstaltungen finden Sie auf der Website der Kirchengemeinde St. Georgsberg: (Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg).

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und einen Abend voller Musik und Emotionen.